9.7.2020

Ein(blick) hinter die Kulissen – Unsere Amtsträger im Interview

Bisher ging es in dieser Reihe ausschließlich um Ämter innerhalb unserer Tischtennisabteilung. Heute blicken wir ein wenigen über den Horizont der Vereinsarbeit hinaus. Torsten Merz erzählt nicht nur von den Aufgaben als Sportwart der Abteilung, sondern gibt auch Einblicke in seine Arbeit auf Bezirksebene.

Wer bist du?

Ich bin Torsten Merz, 48 Jahre alt, in Reutlingen geboren (hört man noch) und wohne seit fast 17 Jahren in Abstatt.

Seit wann spielst du hier in Abstatt Tischtennis?

Nach dem Umzug nach Abstatt im Jahr 2003 haben meine Frau und ich gleich nach einer Möglichkeit gesucht, weiterhin Tischtennis zu spielen, am besten vor Ort. Die Saison 2003/2004 haben wir noch in Stuttgart zuende gespielt und sind dann zum TGV gewechselt.




Torsten (rechts) mit seiner Frau Friederike und Tochter Victoria 2004 in seiner ersten Saison in Abstatt mit der damaligen Herren 2.

Wie bist du zum Verein gekommen?

Der Verein vor Ort war unsere erste Anlaufstelle, und es hat wunderbar gepasst – die Leute, das Umfeld und nicht zu vergessen die Theke im Vereinszentrum, wo man nach dem Training den Abend gemütlich ausklingen lassen kann. Sowas gibt es selten!

Welches Amt führst du in der Abteilung aus? Und was sind deine Aufgaben dabei?

Im TGV bin ich Sportwart. In Sachen Wettspielordnung (= Regeln des Spielbetriebs) versuche ich immer, auf dem aktuellen Stand zu sein und gebe die wichtigsten Dinge den Mannschaftsführern weiter. Zweiter wichtiger Punkt ist die Optimierung des Spielplans vor Saisonbeginn, um Hallengebühren zu minimieren.

Wie bist du zu diesem Amt gekommen?

Im Laufe der Zeit hatten wir immer mehr Mannschaften im Erwachsenenbereich, und die Heimspiele waren sehr fragmentiert, so dass wir fast an jedem Wochenende ein Heimspiel hatten, und damit sehr hohe Ausgaben. Eine Optimierung diesbezüglich kann aber nur zentral organisiert werden. So kam uns die Idee für dieses Amt.

Du bist ja nicht nur im TGV, sondern auch für den Bezirk tätig, was machst du dort und wie ist es dazu gekommen?




Seit drei Jahren bin ich Bezirksjugend-Vorsitzender des Bezirks Heilbronn mit ca. 60 Vereinen. Die einzelnen Ressorts sind bestens besetzt, so dass ich nur koordinieren muss. Solch ein Amt bietet aber auch die Chance, neue Ideen einzubringen und umzusetzen, oder Abläufe zu optimieren. Vor drei Jahren hatte mein Vorgänger überraschend sein Amt niedergelegt. Da ich im damaligen Gremium der „Dienstälteste“ war, konnte ich die Anfrage des Bezirksvorsitzenden nicht ablehnen.

Hat auch auf Bezirksebene eine Wörtchen mitzureden: Torsten Merz, hier beim Bezirksentscheid der Minimeisterschaften 2014, ist seit nunmehr drei Jahren Bezirksjugendvorsitzender.

Welche Herausforderungen haben diese beiden Ämter, und was macht besonders viel Spaß?

Mit dem Amt des Bezirksjugend-Vorsitzenden hat man viel Verantwortung, schließlich möchte man die Ressortleiter möglichst gut unterstützen und ihnen den Rücken stärken, wenn schwierige Entscheidungen anstehen. Die Herausforderung des Sportwarts ist hauptsächlich, dass die Hallenbelegungs-Optimierung klappt, was auch von der Kooperationsbereitschaft der anderen Vereine abhängt. Beide Ämter gemeinsam haben, dass man mit vielen Tischtennis-Kameraden aus dem ganzen Bezirk in Kontakt kommt.

Wie unterscheidet sich die Arbeitsweise im Bezirk von Vereinsarbeit? (z.B. Struktur, Kommunikation, Arbeitsweise)

Die Strukturen sind sehr ähnlich: die Aufgaben sind in verschiedene Rollen verteilt, kommuniziert wird per Mail, Telefon, Whatsapp. Als Bezirksmitarbeiter muss ich natürlich die „TGV-Brille“ absetzen und stelle fest: nur die wenigsten Vereine im Bezirk Heilbronn sind so gut aufgestellt wie wir. Es gibt Vereine, wo sich nur eine einzige Person um die Jugendarbeit kümmert – da muss man fast schon Mitleid haben.

Die Kooperation des TGV mit der Grundschule besteht jetzt seit zehn Jahren. Wie kam es zu dieser Kooperation und wie hat sie sich über die Jahre entwickelt?

Die Idee mit der Kooperation habe ich aus meinen vorigen Vereinen in Reutlingen und Stuttgart nach Abstatt mitgenommen. Der WLSB (Württembergischen Landessportbund) schüttet dabei eine Pauschale aus, mit der wir die Kooperation mit der Grundschule finanzieren können und dadurch die Mitgliedergewinnung verbessern. Dabei ist die Anzahl der Kinder immer konstant geblieben. Wie viele Kinder dann aber beim TGV hängen geblieben sind, hat immer etwas geschwankt.




Nicht nur neue Mitglieder werden durch die Grundschulkooperationen gewonnen, sondern auch Titel: 2014 gewinnt die Grundschulmannschaft das Landesfinale bei „Jugend trainiert für Olympia“.

Neben deiner ehrenamtlichen Arbeit spielst du ja auch noch selbst aktiv. In welcher Mannschaft und Liga ist das?

Ich spiele in der zweiten Herrenmannschaft in der Kreisliga B.

Deine Arbeit für den Verein und für den Bezirk ist ja komplett ehrenamtlich, was genau machst du beruflich?

Ich habe in Tübingen Informatik studiert und arbeite seit der abschließenden Diplomarbeit bei der Robert Bosch GmbH, ein „knochentrockener“ Schreibtischberuf.

Wird das alles nicht manchmal ein wenig stressig mit Familie, Beruf und Sozialleben?

Manchmal ist es in der Tat stressig, vor allem wenn Termine eingehalten werden müssen und man nicht viel Zeit zum Vorbereiten hat. Da muss man schon aufpassen, dass es nicht zuviel wird. Das war auch der Grund, weshalb ich mich aus dem Jugendtraining des TGV zurückgezogen habe.

Hattest du auch schon andere Ämter innerhalb des Vereins?

Im Jahr 2006 verstarb plötzlich unser damaliger Abteilungsleiter Alexander Remmele bei einem Autounfall, und so kam ich als Stellverteter zum Amt des Abteilungsleiters. Nach ein paar Jahren kam das erste wichtige Amt im Bezirk dazu, so dass mich Thomas Schönfuß ablöste. Festwart war ich auch mal, allerdings gefiel mir das nicht so sehr.

Was zeichnet deiner Meinung nach den TGV Abstatt im Gegensatz zu anderen Vereinen aus?

Wie schon erwähnt, haben wir beim TGV geordnete Strukturen, alle Rollen sind sehr gut besetzt, wir haben viele Jugendtrainer. Vor allem die Jugendarbeit lässt uns positiv in die Zukunft blicken.

Was war dein persönliches Highlight hier im Verein?

Die Durchführung der Baden-Württembergischen Jugend-Meisterschaften 2018 war für mich das absolute Highlight. Es war schon immer ein Traum von mir, sowas mal auf die Beine zu stellen. Die ganze Abteilung stand dahinter und hat keine Mühen gescheut. Das Wochenende lief perfekt, und auch der Verband war voll des Lobes. Ein Traum ist wahr geworden!

Vielen Dank, Torsten, für das Interview und deine ehrenamtliche Arbeit! Wir wünschen dir weiterhin viel Spaß und Erfolg beim Tischtennis.

 
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